Hallo,

vielleicht habt ihr ja schon den Bericht  von der Entstehungsgeschichte  unserer Tochter Jenny gelesen.   Wenn nicht, tut es doch einfach  auf der  Kinderwunsch Seite. So, da war ich jetzt , schwanger und happy. Es ging mir gut und ich würde im Sommer wichtige Zwischenprüfungen machen,  noch bevor Jenny kommt. Der errechnete Termin war der 07.10.2000. Bald sahen wir auch etwas beim Ultraschall,   unser kleines "Böhnchen".Nach 14 Tagen wurde mir übel, erst nur abends und dann musste ich mich übergeben.  Aber sonst ging es, das ewige Hochstoßen konnte ich ertragen. Aber dann wurde es so schlimm mit der Übelkeit,  dass ich nicht mal reines Wasser vertrug  und im 10-Minutentakt brach.  Ich kam ins Krankenhaus  und lag dann ca. 8 Wochen am Tropf, dann wurde es besser. Mir war zwar noch immer übel,  aber ich erbrach nur noch ca. 1 mal am Tag. Damit hatte sich auch die Uni erledigt  und das Studienjahr auch. Ich saß also zu Hause und bereitete alles für`s Baby vor.  In der 23. Woche sahen wir,  es würde wohl eine kleine Jenny werden, das mit dem Mädchen wusste ich aber schon irgendwie.  Genauso war mir klar, sie kommt 14 Tage eher,  obwohl der errechnete Termin genau stimmte. Ich freute mich darauf,  morgens ohne Übelkeit aufzuwachen, nicht nach Stunden noch nach dem Frühstück hoch zu stoßen  und abends auch ohne Übelkeit schlafen zu gehen. Außerdem hatte ich noch Kreislaufbeschwerden,  einen riesen Bauch und watschelte wie ein Pinguin. Alles in allem, das einzig schöne an der SS war meine Tochter in mir, wenn sie mal gerade   nicht auf meiner Blase steppte,  meinen Mastdarm massierte, an meinem Muttermund klopfte  und Richtung Magen/Leber/Milz trat.  Ich freute mich auf mein kleines Mädchen. Michael, mein Mann arbeitete die Woche über auswärts,   so dass ich viel Zeit hatte, unendlich schlief und den Wochenenden entgegenfieberte. Am Abend des 21.09.2000, einem Donnerstag,  erzählte mein Mann am Telefon, dass eines der zu betreuenden Pferde ein böse Kolik habe und er der für alles Verantwortliche ist. Das bedeutete für ihn die ganze Nacht mit einem Pferd an der Leine im Kreis zu gehen, damit die Verdauung in Gang kommt. Seit dem Montag litt ich an Vestopfung und trank daher viel Pflaumensaft. Schon seit langem wurde mein Bauch immer mal wieder hartIn der Nacht zum Freitag wachte ich auf mit starken Bauchschmerzen. Die kamen alle 20-40 Minuten wieder aber ich konnte schlafen. Alle hatten mir immer gesagt, richtige Wehen erkennst Du schon. Naja, ich schob alles auf den Pflaumensaft  und am nächsten Morgen war alles wieder weg. Ich wusste auch, meinem Mann konnte ich das ausgerechnet jetzt nicht antun. Allerdings hatte ich an diesem Morgen den Rest vom Schleimpfropf verloren, und ahnte etwas, denn die 14 Tage waren heran.Tagsüber hatte ich nichts mehr und somit ging ich meinem Tagesgeschehen nach: Aufstehen, gegen Übelkeit kämpfen, hoffen dass das Essen drin blieb, viel Schlafen. Die Sachen für Jenny waren aller fertig. Nur ein Kissenbezug für das Körbchen musste noch mal gewaschen werden,   denn einer meiner Kater hatte sich darauf gelegt. Außerdem waren die Gummihopsen bestellt und konnten am nächsten Samstag abgeholt werden, aus der Apotheke, wir wickeln mit Stoffwindeln.Nachmittags war noch eine Freundin da und wollte wissen,ob sich schon was tat. Für die Leser meines anderen Berichts, es war die Mutti von Nick.Ich konnte nichts neues berichten. Als ich eine halbe Stunde drin war, gegen 17.30 Uhr,  fingen diese Bauchschmerzen erneut an, und jetzt alle 15 Minuten, und das recht regelmäßig. Michael war schon auf dem Heimweg, nach durchgemachter Nacht und war von meinen Wehen recht unbeeindruckt, er glaubte nicht recht daran. In der SS hatte ich mich um einer private Hebamme gekümmert, die mit mit zusammen in die Klinik fahren würde,  Jenny entbinden könnte und die Nachsorge übernimmt. Das kostete zwar 300 DM, aber das war mir die Sache wert. Je nach dem, wie es mir nach der Geburt gehen würde, würde ich da bleiben oder nach Hause gehen.Ich rief also meine Hebamme Diane an und sie meinte, ab in die Wanne. Dann merkst du ob es nur falscher Alarm istoder ob es losgeht.Als Michael zu Hause war, tat ich das auch und ... es ging dann wohl doch los. Bis dahin hatte ich aber noch die Wohnung gewischt, gesaugt, das Bad geputzt und die Betten frisch bezogen.  Ich würde die nächsten Wochen kaum dazu kommen und der Nestbautrieb schlug voll zu.Um 8 Uhr kam Diane dann zu uns und siehe da, der Muttermund war bei 3 cm.Wir schätzten den Geburtszeitpunkt auf 4 Uhr morgens.Diane blieb bei uns, und den Einlauf machten wir gleich zu Hause. Nach meiner Verstopfung lohnte sich das auch. Gegen 24 Uhr und bei 7 cm, meinte Diane, jetzt sollten wir in die Klinik. Ich hatte noch keine Probleme mit den Wehen, die alle 3 Minuten kamen, alles ganz easy. Michael würde uns folgen , mit den Sachen und dem Kindersitz. Angekommen im KH, durfte ich mir den Kreissaal aussuchen. Ich nahm den mit dem großen runden Geburtsbett. Dann kam es zum Stillstand, der Muttermund blieb bei 8 cm. Jetzt kam der Wehentropf und es wurde ekelig, so um 2 Uhr. Jetzt musste ich mich schon sehr konzentrieren und Michael war neben mir eingeschlafen, verständlich. Ich ließ ihn schlafen. Diane sprengte die Fruchtblase und ich musste mich zum letzten mal erbrechen. Sie meinte ich solle laufen, ich wollte aber nur noch liegen. Dann hiefte sie mich doch noch mal hoch und es war echt gemein schmerzhaft. Jetzt wollte ich Zäpfchen gegen die Schmerzen. Ha, die kamen mit der nächsten Wehe gleich wieder und jetzt stöhnte ich nach einer PDA. Da hellten sich Dianes Gesichtszüge auf, sie wusste jetzt kommt sie gleich. Zur PDA meinte sie nur, die wäre wohl jetzt zu spät und würde gar nicht mehr wirken. Dann sagte sie , Petra du kannst pressen. Ich verspürte aber nur einen klitzekleinen Pressdrang, aber ich merkte, wenn ich presste, dann habe ich keine Wehenschmerzen. Michael, wieder erwacht stützte mir den Rücken, ansonsten durfte er mich aber nicht anfassen, das konnte ich nicht mehr dulden. Er sagte mir, er sehe schon ganz viele schwarze Haare, oh Gott war mir das egal, ich wollte sie nur da raus haben. Nach 3 Presswehen war ich groggy und hatte die Nase voll. Bei der 4. Wehe presste ich einfach weiter, jetzt musste sie raus. Ich merkte, dass Diane den Dammschnitt setzte und spürte das Köpfchen herausgleiten. Jetzt ging alles ganz schnell und schon lag meine wunderschöne Tochter auf meinem Bauch. Sie sah mich mit ihren samtblauen Augen groß an und hörte auf zu schreien.Michael nabelte sie ab und es war Punkt 4 Uhr am 23.09.2000. Ich bestand darauf sie so lange wie möglichauf meinem Bauch zu haben, 1 Stunde glaube ich. Es wagte auch niemand zu protestieren. Nachdem ich genäht war, entschloss  ich mich für zu Hause und habe es bis heute nicht bereut. Die darauffolgenden Tage waren die schönsten in meinem Leben.Ich möchte noch ein zweites Kind, so in 4-5 Jahren, nach dem Studium. Auch dieses Kind soll von Diane entbunden werden und auch ambulant, es ist einfach das Größte.Ach ja! Jenny war 47 cm groß und 2820 gr. schwer.  Sie hatte zwar keine Käseschmiereaber lange Fingernägel!!!