Julian-Killians Geburt 

Ich hatte um 13 Uhr einen Termin zur Vorsorge im Krankenhaus.  Zu erst wurde ich ans CTG geschnallt. Weil der Kleine so unruhig war, wurde Nichts anständig aufgezeichnet. So das ich noch länger dran bleiben musste. Nach über einer Stunde wurde ich dann endlich erlöst. Erst mal musste ich auf Toilette.  Dort war noch alles in Ordnung. Dann sollte ich zur Untersuchung. Der Arzt fragte mich nun schon zum 3. Mal  warum ich denn eine Hausgeburt machen möchte. Diesmal antwortete ich nur mit: "Weil ich das so möchte" Denn diese Frage und das ganze Spektakel darum ging mir  schon auf den Senkel. Nun ja, dann sollte ich mich ausziehen für die Untersuchung. Da stellte ich dann fest dass meine Unterhose irgendwie nass war. Nicht viel aber ungewöhnlich mehr. Das sagte ich im dann sofort. Der Arzt schaute mich fragend an und meinte: Fruchtwasser? Das werden sie ja wohl gleich feststellen dachte ich. Gesagt getan.  Er untersuchte mich, und meinte Muttermund 1 Finger weit. HÄÄÄÄÄÄ? Eine Woche vorher war er schon 2 cm!! Dann machte er den Test um fest zu stellen ob das nu Fruchtwasser war. Und laut Test war es das. Sofort meinte er: Ja in spätestens 24 Stunden muss das Kind nun da sein. Am besten hier bleiben, einleiten! Ich  hab dann erst mal große Augen gemacht und gestreikt. Neee, erst mal ruf ich meine Hebamme an und frag sie ob ich nach Hause gehen soll. Er fand das nicht so toll, klar dieser Arzt wollte mich ja unbedingt dort behalten. Also rief ich Jutta an. Sie meinte fahr nach Hause, ich komm gleich. Dann holen wir den kleinen Mann. Ich zurück ins Untersuchungszimmer. Hab ihm gesagt was ich machen werde. Er schaute nur etwas skeptisch und verärgert. Kritzelte in meine Akte was von, frühzeitigem Blasensprung, Auf anraten von Hebamme und auf eigene Verantwortung gegangen. Das musste ich dann noch unterschreiben. Dann bin ich nach Hause. Die Kinder hatte ich schon bei einer Bekannten gehabt. Also brauchte ich mir um sie keine Gedanken mehr zu machen. Stefan hat dann alles vorbereitet. Wohnzimmertisch an Seite geschoben, alles zurecht gelegt. Ich hab dann Rike angerufen das sie sich langsam fertig machen kann und zu mir kommen soll. Sie wollte ja bei der Geburt dabei sein. Gegen 17 Uhr war Jutta dann da. Sie untersuchte mich. 4 cm offen!!! Und das ohne Wehen innerhalb von 2 Stunden!??? Naja der Doc war nicht unser Fall !! ;0) Dann machte Jutta mir die Fruchtblase auf. Da sie wenn überhaupt ja nur irgendwo oben offen war, und wenn dann nur vor sich hin tröpfelte. Also ganz aufgemacht.  Jutta meinte, so nu warten wir bis 20 Uhr, wenn bis dahin keine Wehen sind, dann bekommste Spritze. Naja die 3 Stunden vergingen und nix passierte. Außer das Rike in der Zwischenzeit angekommen war. Also Spritze in den Hintern. Kurz darauf bekam ich die erste Wehe der dann regelmäßig weitere folgten. Da saß ich nun mit sehr erträglichen Wehen. Alles ganz entspannt. Das Einziege was mir auf den Senkel ging war, das Keiner was sagte uns sie mich alle nur anschauten. Um 22:20 untersuchte mich Jutta dann noch mal. Muttermund war da 6 cm offen.  Stefan war im Schlafzimmer und schaute noch mal nach dem Bollerwagen. Er war der Meinung das sei zu hart. Für eine Wehe lehnte ich mich bei Stefan an. Dann ins Wohnzimmer zurück um Jutta zu fragen was sie zu der Matratze meinte. Sie bestätigte das dann.  Also wurde eine Krabbeldecke noch mit darein gelegt. Die Wehen wurden zwar stärker aber immer noch sehr erträglich. Ich lief dann im Wohnzimmer hin und her, bei einer Wehe lehnte ich mich dann an den Rahmen der Wohnzimmertür. Irgendwann bin ich dann mal in die Küche zu Stefan. Dort habe ich mich dann an die Küchenplatte gelehnt. Stefan machte ein paar Brotschnitten. Aber zu dem Zeitpunkt war noch keiner hungrig. Bei jeder Wehe lehnte ich mich wieder mit den Armen  auf die Arbeitsplatte. Die genau auf unsere Größe angepasst ist. Hab dann gesagt, wehe es meckert noch mal einer über unsere angeblich zu hohe Küche, der bekommt haue!! Stefan stand hinter mir und massierte mir ein wenig den Rücken. Dann ging ich wieder ins Wohnzimmer. Dort lehnte ich mich dann immer wieder an den Türrahmen. Jutta untersuchte mich dann noch mal um 0:30 Der Muttermund war da 8 cm offen. Jutta meinte noch Mensch das geht aber langsam. Ich meinte nur, wart ab, bei Marina war der auch auf 8 und dann gings ganz flott. Ich merkte das die Wehen immer stärker wurden, so das ich nicht mehr lange auf den Beinen bleiben würde. Das sagte ich dann Jutta. "Und wo und wie machen wir das denn nu?" Fragte ich. Vorher hatten wir überlegt eine Matratze auf den Boden vor das Sofa zu legen. Aber das wollt ich dann doch nicht mehr. Als es dann so weit war das ich nicht mehr auf den Beinen bleiben konnte, hockte ich mich vor die Ecke der Rundchouch. Auf dem Sofa vor mir hatte ich ein dickes Sofakissen liegen, auf dem ich mich abstützte und später reinkrallte. Die Wehen waren nun zwar sehr heftig, aber immer noch zu ertragen. Was ich so toll fand war das ich alles mitbekam, und die Wehen wirklich  sehr gut zu ertragen waren. Wie gesagt die Wehen wurden heftiger. Jutta untersuchte irgendwann noch mal. Da war nur noch ein Saum fühlbar. Sie meinte wenn ich was mitdrücke möchte,  kann ich das tun. Ich hatte aber keinen Pressdrang. Aber ich tat trotzdem was Jutta sagte. Und da taten die Wehen nur noch halb so weh. Dann sollte ich richtig Pressen. Leider fehlte immer noch (auch bis zum Schluss) dieser richtige Pressdrang dem man nicht widerstehen kann. Dadurch musste ich selber schaun wo hin mit der Kraft. Wo hin drücken. Und das war ansträngend. Vor allem denke ich das es so schwerer war weil ich praktisch, die Kraft fast alleine aufbringen musste. So hockte ich da, Stefan lag auf dem Sofa neben mir und streichelte mich. Rike saß praktisch hinter mir und konnte alles sehen. Und Jutta saß irgendwo links neben mir. So ging das eine ganze Weile. Bis ich irgendwann endlich merkte wie der Kopf tiefer rutschte. Doch jedes Mal wenn ich Luft holte oder die Wehe vorbei war, rutschte der Kleine wieder hoch. So hab ich sogar immer versucht wenn die Wehe schon vorbei war noch mal zu pressen. Jutta sagte dann immer wieder, es ist gut. Irgendwann war der Kopf schon ein Stück draußen, da konnte Jutta nix mehr sehen und kam nicht mehr so recht dran. Sie hing wohl schon mit dem Kopf auf dem Boden um noch was sehen zu können.  So tief ging ich in die Hocke.  Sie meinte ich muss mich drehen, damit sie wieder was sehen kann und dran kommt. Ich wollte ja, aber machen?????? Ging nicht ;0) Also wurde ich kurzer Hand von Stefan und Jutta umgedreht. So hatte ich die Füße auf dem Boden, der Hintern war glaub ich wenn überhaupt auf der Sofakate und ich hielt mich mit einer Hand an der Rückenlehne fest. Die andere Hand hatte ich auf dem Bauch. So presste ich und presste ich. Der Kopf war dann irgendwann ganz draußen und der Kleine quakte schon ein wenig. Doch der hatte doch tatsächlich seine Hände an seinen Wangen. So das er seine eh schon breiten Schultern noch breiter machte. So steckte er da fest mit seinen Schultern. Ich dachte nur der kommt da nie raus. Und schimpfte richtig mit ihm. Du Dickkopf komm da endlich raus. Und noch einiges anderes an das ich mich aber nicht mehr so recht erinnern kann. (Armer Kerl das erste was er hörte war schimpfen ;0) Ich drückte von oben, Jutta zog von unten. Ich bin froh das ich das nicht gesehen hab. Muss wohl heftig ausgesehen hat. So am Kopf gezogen dann irgendwann als sie dran kam an den Schultern. Rike sagte nachher sie wollte schon raus gehen, aber sie war doch zu neugierig und wollte den Rest auch noch sehen. Um 2:09 ist er dann endlich geboren.  Ich fragte ob ich mich setzten kann. Also auf den Boden. Hab wohl doch mehr in der Luft "geschwebt" als zu sitzen. Sie nahm den Kleinen was auf die Seite,  dann konnt ich mich setzten. Sie saugte ihn ab und gab ihn mir auf den Arm. Das ganze sah dann so aus:

 

Irgendwann gab sie Stefan dann die Schere und er nabelte ihn ab. Wir weinten alle vor Glück. Dann hat Stefan den Kleinen genommen und ich wurde auf das Sofa verfrachtet. Jutta schaute eben nach der Nachgeburt, aber die wollte noch nicht raus. Also schaute sie erst mal nach dem Kleinen. So weit alles ok. Sie hat die Schultern untersucht weil es ja hätte sein könne, das bei der ganze Zieherrei der Kleine das Schlüsselbein gebrochen hätte.  Aber sie konnte nix fühlen. Sie vermesste ihn. 53 cm groß war er , 3900 gr. schwer. Kopfumfang 35 cm. Alles dran was dran sein musste. Dann bekam ich ihn wieder. Ich versuchte ihn an zu legen. Aber da wollt er noch nicht. Erst beim 2. Anlauf klappte das dann und dann richtig. Schnapp und am liebsten nicht mehr los lassen. Rike hat sich auch neben mich gesetzt und mich abgeknutscht ;0) Dann hat Rike ihn auf dem Arm gehabt.

Dann hat Rike Wasser ins Waschbecken laufen lassen. Und Stefan hat ihn dann gebadet. Dann hat Jutta die Nabelklemme dran gemacht. Und Stefan hat ihn dann angezogen. Er hat ihn dann eine Weile gehabt.

Dann wurds noch mal etwas unangenehm. Die Plazenta musste nu langsam mal raus. Musste noch mal richtig mit drücken. Dann kam sie endlich. Ein riesen Ding. Jutta schaute ob alles dran ist und komplett. Das war es. Dann stellte sie fest das sehr wenige Kalkinfarkte dran waren dafür das ich sooo viel geraucht habe. Dann wurd ich genäht. Bei der Aktion mit den Schultern war ich ein wenig an 2 Stellen eingerissen. Aber nur jeweils 2 Stiche waren zu nähen. Die Spritze tat tierisch weh. Das nähen hab ich kaum gemerkt. Irgendwann hat Jutta dann den Kleinen in seinen Bollerwagen ins Schlafzimmer gelegt. Wir haben "unseren" Rotwein getrunken. Ich hab allerdings nur 2 Schlücke getrunken, da ich am Tag so gut wie nix gegessen hatte. Dabei haben wir dann auch endlich die Schnitten gegessen. Jutta hat noch die Papiere in der Küche fertig gemacht. Aber zu welchem Zeitpunkt das war weiß ich nicht mehr. Irgendwann nachdem wir noch lange geredet haben ist Rike dann nach Hause gefahren. Jutta ist dann auch so gegen 6 Uhr gefahren. Dann sind wir auch ins Bett. Ich hab uns den Kleinen ins Bett geholt, damit wir ihn uns noch mal so richtig anschauen konnte. Meine Kinder hab ich in der ersten Nacht immer mit ins Bett genommen. (ok ok  nicht nur in der ersten Nacht ;0) Wenn der Kleine das erste mal die Nacht wach wird lass ich ihn dann auch bei mir.

So Fazit :

Diese Geburt war die schönste, einfachste (Mal abgesehen vom Schluss) die ich gehabt habe. Die Atmosphäre war so wie ich es mir gedacht und gewünscht habe. Alles war super. Hausgeburt also auch im Nachhinein unbedingt zu empfehlen. Ach ja, Sauerei gab es übrigens auch keine!!!! Alles landete im Müllsack.  Und Jutta hat den dann auch mit genommen. So war die Hausgeburt unseres Sohnes! Gruß Ilka   

Ein gaaaaaaaanz dickes Dankeschön an Jutta,

ohne die ich diese schöne Hausgeburt wahrscheinlich nicht gemacht hätte.

Du bist ein Engel, danke für alles (Du weißt was ich noch meine!!)

Hab Dich lieb!!

Und Danke Dir mein lieber Mann!!

Ohne Dich wäre die Geburt auch nur halb so schön und erträglich gewesen.!!

Und vor Allem danke das Du Dich so lieb in der Woche nach 

der Geburt um uns gekümmert hast, obwohl Du selber krank warst 

und hundemüde!!

Ich liebe Dich ja sooooo sehr!!!!

Und Rike: Nun warst Du Gott sei Dank doch dabei.

Du brauchtest zwar nichts zu machen,

aber Deine Anwesenheit hat mir auch geholfen.

Du hast gesagt Du hast mehr gelitten wie ich, beim zu Schaun. ;0)

Soll ich Dir was sagen, vielleicht hast Du ja den Rest Schmerz mir abgenommen den ich sonst vielleicht nicht ertragen hätte!   

;0)