Ich hatte um 13 Uhr einen Termin zur
Vorsorge im Krankenhaus. Zu erst wurde ich ans CTG geschnallt. Weil der
Kleine so unruhig war, wurde Nichts anständig aufgezeichnet. So das ich
noch länger dran bleiben musste. Nach über einer Stunde wurde ich dann
endlich erlöst. Erst mal musste ich auf Toilette. Dort war noch alles in
Ordnung. Dann sollte ich zur Untersuchung. Der Arzt fragte mich nun schon
zum 3. Mal warum ich denn eine Hausgeburt machen möchte. Diesmal
antwortete ich nur mit: "Weil ich das so möchte" Denn diese Frage und das
ganze Spektakel darum ging mir schon auf den Senkel. Nun ja, dann sollte
ich mich ausziehen für die Untersuchung. Da stellte ich dann fest dass
meine Unterhose irgendwie nass war. Nicht viel aber ungewöhnlich mehr. Das
sagte ich im dann sofort. Der Arzt schaute mich fragend an und meinte:
Fruchtwasser? Das werden sie ja wohl gleich feststellen dachte ich. Gesagt
getan. Er untersuchte mich, und meinte Muttermund 1 Finger weit. HÄÄÄÄÄÄ?
Eine Woche vorher war er schon 2 cm!! Dann machte er den Test um fest zu
stellen ob das nu Fruchtwasser war. Und laut Test war es das. Sofort
meinte er: Ja in spätestens 24 Stunden muss das Kind nun da sein. Am
besten hier bleiben, einleiten! Ich hab dann erst mal große Augen gemacht
und gestreikt. Neee, erst mal ruf ich meine Hebamme an und frag sie ob ich
nach Hause gehen soll. Er fand das nicht so toll, klar dieser Arzt wollte
mich ja unbedingt dort behalten. Also rief ich Jutta an. Sie meinte fahr
nach Hause, ich komm gleich. Dann holen wir den kleinen Mann. Ich zurück
ins Untersuchungszimmer. Hab ihm gesagt was ich machen werde. Er schaute
nur etwas skeptisch und verärgert. Kritzelte in meine Akte was von,
frühzeitigem Blasensprung, Auf anraten von Hebamme und auf eigene
Verantwortung gegangen. Das musste ich dann noch unterschreiben. Dann bin
ich nach Hause. Die Kinder hatte ich schon bei einer Bekannten gehabt.
Also brauchte ich mir um sie keine Gedanken mehr zu machen. Stefan hat
dann alles vorbereitet. Wohnzimmertisch an Seite geschoben, alles zurecht
gelegt. Ich hab dann Rike angerufen das sie sich langsam fertig machen
kann und zu mir kommen soll. Sie wollte ja bei der Geburt dabei sein.
Gegen 17 Uhr war Jutta dann da. Sie untersuchte mich. 4 cm offen!!! Und
das ohne Wehen innerhalb von 2 Stunden!??? Naja der Doc war nicht unser
Fall !! ;0) Dann machte Jutta mir die Fruchtblase auf. Da sie wenn
überhaupt ja nur irgendwo oben offen war, und wenn dann nur vor sich hin
tröpfelte. Also ganz aufgemacht. Jutta meinte, so nu warten wir bis 20
Uhr, wenn bis dahin keine Wehen sind, dann bekommste Spritze. Naja die 3
Stunden vergingen und nix passierte. Außer das Rike in der Zwischenzeit
angekommen war. Also Spritze in den Hintern. Kurz darauf bekam ich die
erste Wehe der dann regelmäßig weitere folgten. Da saß ich nun mit sehr
erträglichen Wehen. Alles ganz entspannt. Das Einziege was mir auf den
Senkel ging war, das Keiner was sagte uns sie mich alle nur anschauten. Um
22:20 untersuchte mich Jutta dann noch mal. Muttermund war da 6 cm offen.
Stefan war im Schlafzimmer und schaute noch mal nach dem Bollerwagen. Er
war der Meinung das sei zu hart. Für eine Wehe lehnte ich mich bei Stefan
an. Dann ins Wohnzimmer zurück um Jutta zu fragen was sie zu der Matratze
meinte. Sie bestätigte das dann. Also wurde eine Krabbeldecke noch mit
darein gelegt. Die Wehen wurden zwar stärker aber immer noch sehr
erträglich. Ich lief dann im Wohnzimmer hin und her, bei einer Wehe lehnte
ich mich dann an den Rahmen der Wohnzimmertür. Irgendwann bin ich dann mal
in die Küche zu Stefan. Dort habe ich mich dann an die Küchenplatte
gelehnt. Stefan machte ein paar Brotschnitten. Aber zu dem Zeitpunkt war
noch keiner hungrig. Bei jeder Wehe lehnte ich mich wieder mit den Armen
auf die Arbeitsplatte. Die genau auf unsere Größe angepasst ist. Hab dann
gesagt, wehe es meckert noch mal einer über unsere angeblich zu hohe
Küche, der bekommt haue!! Stefan stand hinter mir und massierte mir ein
wenig den Rücken. Dann ging ich wieder ins Wohnzimmer. Dort lehnte ich
mich dann immer wieder an den Türrahmen. Jutta untersuchte mich dann noch
mal um 0:30 Der Muttermund war da 8 cm offen. Jutta meinte noch Mensch das
geht aber langsam. Ich meinte nur, wart ab, bei Marina war der auch auf 8
und dann gings ganz flott. Ich merkte das die Wehen immer stärker wurden,
so das ich nicht mehr lange auf den Beinen bleiben würde. Das sagte ich
dann Jutta. "Und wo und wie machen wir das denn nu?" Fragte ich. Vorher
hatten wir überlegt eine Matratze auf den Boden vor das Sofa zu legen.
Aber das wollt ich dann doch nicht mehr. Als es dann so weit war das ich
nicht mehr auf den Beinen bleiben konnte, hockte ich mich vor die Ecke der
Rundchouch. Auf dem Sofa vor mir hatte ich ein dickes Sofakissen liegen,
auf dem ich mich abstützte und später reinkrallte. Die Wehen waren nun
zwar sehr heftig, aber immer noch zu ertragen. Was ich so toll fand war
das ich alles mitbekam, und die Wehen wirklich sehr gut zu ertragen
waren. Wie gesagt die Wehen wurden heftiger. Jutta untersuchte irgendwann
noch mal. Da war nur noch ein Saum fühlbar. Sie meinte wenn ich was
mitdrücke möchte, kann ich das tun. Ich hatte aber keinen Pressdrang.
Aber ich tat trotzdem was Jutta sagte. Und da taten die Wehen nur noch
halb so weh. Dann sollte ich richtig Pressen. Leider fehlte immer noch
(auch bis zum Schluss) dieser richtige Pressdrang dem man nicht
widerstehen kann. Dadurch musste ich selber schaun wo hin mit der Kraft.
Wo hin drücken. Und das war ansträngend. Vor allem denke ich das es so
schwerer war weil ich praktisch, die Kraft fast alleine aufbringen musste.
So hockte ich da, Stefan lag auf dem Sofa neben mir und streichelte mich.
Rike saß praktisch hinter mir und konnte alles sehen. Und Jutta saß
irgendwo links neben mir. So ging das eine ganze Weile. Bis ich irgendwann
endlich merkte wie der Kopf tiefer rutschte. Doch jedes Mal wenn ich Luft
holte oder die Wehe vorbei war, rutschte der Kleine wieder hoch. So hab
ich sogar immer versucht wenn die Wehe schon vorbei war noch mal zu
pressen. Jutta sagte dann immer wieder, es ist gut. Irgendwann war der
Kopf schon ein Stück draußen, da konnte Jutta nix mehr sehen und kam nicht
mehr so recht dran. Sie hing wohl schon mit dem Kopf auf dem Boden um noch
was sehen zu können. So tief ging ich in die Hocke. Sie meinte ich muss
mich drehen, damit sie wieder was sehen kann und dran kommt. Ich wollte
ja, aber machen?????? Ging nicht ;0) Also wurde ich kurzer Hand von Stefan
und Jutta umgedreht. So hatte ich die Füße auf dem Boden, der Hintern war
glaub ich wenn überhaupt auf der Sofakate und ich hielt mich mit einer
Hand an der Rücke
nlehne
fest. Die andere Hand hatte ich auf dem Bauch. So presste ich und presste
ich. Der Kopf war dann irgendwann ganz draußen und der Kleine quakte schon
ein wenig. Doch der hatte doch tatsächlich seine Hände an seinen Wangen.
So das er seine eh schon breiten Schultern noch breiter machte. So steckte
er da fest mit seinen Schultern. Ich dachte nur der kommt da nie raus. Und
schimpfte richtig mit ihm. Du Dickkopf komm da endlich raus. Und noch
einiges anderes an das ich mich aber nicht mehr so recht erinnern kann.
(Armer Kerl das erste was er hörte war schimpfen ;0) Ich drückte von oben,
Jutta zog von unten. Ich bin froh das ich das nicht gesehen hab. Muss wohl
heftig ausgesehen hat. So am Kopf gezogen dann irgendwann als sie dran kam
an den Schultern. Rike sagte nachher sie wollte schon raus gehen, aber sie
war doch zu neugierig und wollte den Rest auch noch sehen. Um 2:09 ist er
dann endlich geboren. Ich fragte ob ich mich setzten kann. Also auf den
Boden. Hab wohl doch mehr in der Luft "geschwebt" als zu sitzen. Sie nahm
den Kleinen was auf die Seite, dann konnt ich mich setzten. Sie saugte
ihn ab und gab ihn mir auf den Arm. Das ganze sah dann so aus:
Irgendwann gab sie Stefan dann die
Schere und er nabelte ihn ab. Wir weinten alle vor Glück. Dann hat Stefan
den Kleinen genommen und ich wurde auf das Sofa verfrachtet. Jutta schaute
eben nach der Nachgeburt, aber die wollte noch nicht raus. Also schaute
sie erst mal nach dem Kleinen. So weit alles ok. Sie hat die Schultern
untersucht weil es ja hätte sein könne, das bei der ganze Zieherrei der
Kleine das Schlüsselbein gebrochen hätte. Aber sie konnte nix fühlen. Sie
vermesste ihn. 53 cm groß war er , 3900 gr. schwer. Kopfumfang 35 cm.
Alles dran was dran sein musste. Dann bekam ich ihn wieder. Ich versuchte
ihn an zu legen. Aber da wollt er noch nicht. Erst beim 2. Anlauf klappte
das dann und dann richtig. Schnapp und am liebsten nicht mehr los lassen.
Rike hat sich auch neben mich gesetzt und mich abgeknutscht ;0) Dann hat
Rike ihn auf dem Arm gehabt.

Dann hat Rike Wasser ins Waschbecken
laufen lassen. Und Stefan hat ihn dann gebadet. Dann hat Jutta die
Nabelklemme dran gemacht. Und Stefan hat ihn dann angezogen. Er hat ihn
dann eine Weile gehabt.

Dann wurds noch mal etwas unangenehm.
Die Plazenta musste nu langsam mal raus. Musste noch mal richtig mit
drücken. Dann kam sie endlich. Ein riesen Ding. Jutta schaute ob alles
dran ist und komplett. Das war es. Dann stellte sie fest das sehr wenige
Kalkinfarkte dran waren dafür das ich sooo viel geraucht habe. Dann wurd
ich genäht. Bei der Aktion mit den Schultern war ich ein wenig an 2
Stellen eingerissen. Aber nur jeweils 2 Stiche waren zu nähen. Die Spritze
tat tierisch weh. Das nähen hab ich kaum gemerkt. Irgendwann hat Jutta
dann den Kleinen in seinen Bollerwagen ins Schlafzimmer gelegt. Wir haben
"unseren" Rotwein getrunken. Ich hab allerdings nur 2 Schlücke getrunken,
da ich am Tag so gut wie nix gegessen hatte. Dabei haben wir dann auch
endlich die Schnitten gegessen. Jutta hat noch die Papiere in der Küche
fertig gemacht. Aber zu welchem Zeitpunkt das war weiß ich nicht mehr.
Irgendwann nachdem wir noch lange geredet haben ist Rike dann nach Hause
gefahren. Jutta ist dann auch so gegen 6 Uhr gefahren. Dann sind wir auch
ins Bett. Ich hab uns den Kleinen ins Bett geholt, damit wir ihn uns noch
mal so richtig anschauen konnte. Meine Kinder hab ich in der ersten Nacht
immer mit ins Bett genommen. (ok ok nicht nur in der ersten Nacht ;0)
Wenn der Kleine das erste mal die Nacht wach wird lass ich ihn dann auch
bei mir.
So Fazit :
Diese Geburt war die schönste,
einfachste (Mal abgesehen vom Schluss) die ich gehabt habe. Die Atmosphäre
war so wie ich es mir gedacht und gewünscht habe. Alles war super.
Hausgeburt also auch im Nachhinein unbedingt zu empfehlen. Ach ja, Sauerei
gab es übrigens auch keine!!!! Alles landete im Müllsack. Und Jutta hat
den dann auch mit genommen. So war die Hausgeburt unseres Sohnes! Gruß
Ilka
Ein gaaaaaaaanz dickes
Dankeschön an Jutta,
ohne die ich diese
schöne Hausgeburt wahrscheinlich nicht gemacht hätte.
Du bist ein Engel, danke
für alles (Du weißt was ich noch meine!!)
Hab Dich lieb!!
Und Danke Dir mein
lieber Mann!!
Ohne Dich wäre die
Geburt auch nur halb so schön und erträglich gewesen.!!
Und vor Allem danke das
Du Dich so lieb in der Woche nach
der Geburt um uns
gekümmert hast, obwohl Du selber krank warst
und hundemüde!!
Ich liebe Dich ja sooooo
sehr!!!!
Und Rike: Nun warst Du
Gott sei Dank doch dabei.
Du brauchtest zwar
nichts zu machen,
aber Deine Anwesenheit
hat mir auch geholfen.
Du hast gesagt Du hast
mehr gelitten wie ich, beim zu Schaun. ;0)
Soll ich Dir was sagen,
vielleicht hast Du ja den Rest Schmerz mir abgenommen den ich sonst
vielleicht nicht ertragen hätte!
;0)