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Krankenhaus Geburt von Jannik 18.10.98 mittags: Jannik ist nun schon 2 Tage überfällig und nichts auch nur Wehenähnliches tut sich! Lauter gute Tip`s häufen sich von der anrufenden Freundin, es doch mal mit "Bitter Lemon " trinken zu versuchen, soll Wehen auslösen, oder einen strammen Dorfspaziergang machen u.s.w. mit dem "Bitter Lemon" versuchte ich gleich nach dem Mittag, brachte mir außer totaler Übelkeit nichts ein. Der Dorfspaziergang machte mich nur müde. Habs dann einfach sein gelassen mit dem Wehenheraufbeschwören und war früh abends erledigt im Bett. Irgendwann nachts wurden ich und mein Mann wach und konnten nicht mehr einschlafen, woraufhin wir zur Entspannung vorsichtig ein bischen zärtlich zueinander waren. Das hat uns beide auf andere Gedanken gebracht und wir schliefen ohne einen Gedanken an die bevorstehende Geburt ein. 19.10. ca.07.00 Uhr: Mein Mann verabschiedete sich zur Arbeit. Sowie sein Auto vom Hof war, setzten bei mir leichte Wehen ein, die ich aber noch nicht sehr ernst nahm. Ich setzte mich erst mal in Ruhe in die Küche und wartete ab.1 Stunde später wurden die Wehen etwas stärker, so das ich meinen Mann vorsichtshalber von der Arbeit zurückrief, da wir einen weiten Anfahrtsweg zu der, von mir gewählten Klinik hatten. Mein Mann kam sofort aufgeregt angefahren und lud mich samt Tasche in sein Auto. Zu diesem Zeitpunkt war ich noch sehr entspannt und wir frühstückten sogar noch auf dem Weg zur Klinik bei "MC Donalds". Ich weiß noch genau, wie ich zu meinem Mann sagte: "Wer weiß, ob ich in der Klinik noch was zu Essen krieg" ca.10.00 Uhr kamen wir in der Klinik an. Es herrschte grad eine hektische Atmosphäre in der Entbindungsstation und eine nicht sehr freundliche Hebamme machte uns nach 2maligem Klingeln die Tür zur Station auf und fragte, ob ich Wehen hätte und in welchen Abständen sie kämen und schloss mich erst mal ans CTG an. Dieses zeigte zwar teilweise mittelstarke Wehen an, aber in sehr unregelmäßigen Abständen. Sie untersuchte dann meinen Muttermund und sagte: Sie können wieder nach hause fahren, der Muttermund ist noch geschlossen, das wird noch in 2 Tagen nichts. Völlig frustriert wurden wir wieder weggeschickt. Ich fühlte mich wie ein Dummchen, das nicht weiß, was Wehen sind, dabei war ich innerlich so sicher, dass unser Kind heut kommen will! Mein Mann und ich fuhren ziemlich ratlos wieder nach hause. Doch schon auf der Heimfahrt bekam ich plötzlich viel stärkere Wehen die ich aber noch zu ignorieren versuchte. Zu Hause angekommen gingen wir in die Wohnung und meine Wehen wurden immer heftiger, so das ich gar nicht mehr sitzen konnte, nur noch hin und her gehen vor Schmerz. Ich wollte aber auch nicht wieder zu früh in die Klinik zurück, da es mir peinlich war, wenn sie uns nun wieder wegschickten. Gegen 14.00 Uhr sagte ich zu meinem mann: Komm, ich weiß, dass das Kind heute kommen will, wir müssen wieder in die Klinik fahren. Mein Mann verstand zwar die Welt nicht mehr, aber er vertraute mir und wir fuhren zurück in die Klinik. Gegen 15.30 Uhr kamen wir dort an, klingelten wieder bei der Entbindungsstation und schilderten einer nun sehr freundlichen Hebamme, dass wir morgens schon mal da waren, aber der Muttermund noch zu war, dass aber jetzt das Kind kommt. Die Hebamme führte uns zum CTG, welches starke, regelmäßige Wehen anzeigte und darauf ins Untersuchungszimmer, wo die Hebamme den Muttermund untersuchte,welcher, schau an plötzlich 7cm geöffnet war Daraufhin kam ich mit meinem Mann ins Vorbereitungszimmer, wo ich einen Einlauf bekam, welcher mir vor meinem Mann recht unangenehm war, aber der seine Wirkung tat, denn sofort nach dem Einlauf wurden die Wehen noch heftiger und der Muttermund war 10 cm offen. Jetzt ging es ab in den Kreissaal, welcher mit einer riesigen rosa Badewanne und einem runden Geburtsbett ausgestattet war. Sogar unsre eigens mitgebrachte Kuschelrock CD durften wir anmachen, da ein CD-Player im Kreissaal stand. Ich entschied mich für die Badewanne und eine Wassergeburt, welcher der Hebamme ohne Bedenken zustimmte. Toll, dachte ich im ersten Moment! Ich und eine Wassergeburt! Nach ca. 1/2 Stunde in Wasser wurden die Wehen so stark, dass ich mich vor Schmerz übergeben musste und dann fingen die Ereignisse an sich zu überschlagen: Ich wollte plötzlich raus aus der Wanne, wieder festen Boden unter den Füßen haben! Die Hebamme sagte noch: "Bleiben sie doch in der Wanne, sie machen das ganz toll!" Aber ich schrie nur noch :"Ich will sofort raus!!!"Mein Kind drängte mächtig nach unten und ich konnte die Schmerzen am besten ertragen indem ich vor dem Geburtsbett kauerte,mich in das Laken festkrallte und so gut wie möglich auf meine Atmung konzentrierte. Plötzlich sagte die Hebamme: "Sie müssen sich jetzt aufs Geburtsbett legen, wir machen das schon. "Im Hintergrund hörte ich nur lauter stimmen, die sagten: "Die Herztöne sind weg, sofort einen Arzt und Kinderarzt!" Ich folgte den Anweisungen von der Hebamme und dem Kinderarzt wie in Trance, merkte nur noch, wie meine Fruchtblase endlich platzte,meine beiden Beine auf Ständern, wie beim Frauenarzt hochgebarrt wurden, mein Mann meine Hand hielt und jemand einen Dammschnitt machte und sagte: "Jetzt legen sie ihren Kopf auf die Brust, atmen ganz tief ein, Luft anhalten und presssssseeeeen!" Dann warf sich irgendjemand von oben auf meinen Bauch und drückte mit und auf einmal ein Schrei von mir und unser Kleiner war da! Ich hörte von ganz weit weg, wie jemand sagte, es ist ein Junge, Frau...,und dann wurde er mir schon auf den Oberkörper gelegt.Aller Schmerz war wie weggeblasen. Jannik fing sofort an zu saugen an meiner Brust,irgendwer sagte noch: "Alles in bester Ordnung Frau...!Ich hab nur meinen Mann angeschaut und unser Kind! Mein Mann weinte vor Glück und ich auch. Die ganze Näherei von meinem Dammschnitt habe ich gar nicht mitbekommen, ich weiß nur, daß mir unheimlich die Beine gezittert haben. Alle Schmerzen waren so egal gegen dieses warme Gefühl, daß wir 3 uns gegenseitig ausströmten. Jannik war da, um 22.11. Uhr gebohren,53cm und 3600g. Als wir aus dem Kreissaal rauskamen, durfte ich erst mal duschen, das kam mir vor, wie die erste Dusche meines Lebens! Während ich duschte, hielt mein Mann unseren Sohn auf dem Arm. Er war hin und weg. Dann kam Jannik ins Untersuchungszimmer und Neugeborenenzimmer. Mein Mann und ich hatten jetzt etwas Zeit kurz auf den Balkon zu gehen, unsere Eltern zu benachrichtigen über Handy und uns in den Arm zu nehmen. Ich fühlte mich so stark, wie noch nie vorher in meinem Leben! Mir wurde dann noch, jetzt schon nachts Essen aufs Zimmer gebracht, was ich mit einem Wahnsinnsheißhunger verschlang, als wenn man seine Reservetanks auffüllen muss! Dann wurde mir Jannik an mein Bett gebracht. Mein Mann fuhr völlig ergriffen von diesem Ereignis nach Hause und ich glaube, ich habe, zumindest solange ich die Augen noch offen halten konnte nur unseren Sohn neben mir angeschaut.........! Liebe Grüße sendet Lumpinchen! |