Es gibt Frauen die Ihre Kinder ob nun gewollt oder durch eine Sturzgeburt oder das nicht mehr rechtzeitige Ankommen in der Klinik ihre Kinder ohne jegliche medizinische Hilfe bekommen. Ich würde mich über Euren Bericht freuen. Schickt ihn mir bitte per Email. Natürlich wird auf Wunsch keine Emailadresse oder sonstige Daten veröffentlich oder gar heraus gegeben..
~~~~~~
Geburtsbericht Joya, 15.08.2006
Geplante Alleingeburt, ohne Hebamme, ohne Arzt, im Beisein von meinem Mann
Als mein Erstgeborener Cyrill ein Jahr alt wurde am 18. Oktober 2004, wurde der
Wunsch in mir nach einem zweiten Kind gross. Ich sprach mit meinem Mann Urs und
auch er war einverstanden. Wir hatten die letzten Monate mit Kondomen verhütet,
also liessen wir die einfach weg. Am 31. Oktober 2004 bekam ich meine nächste
Periode. Und wir wollten ein Mädchen, man sagt ja, dass die weiblichen Spermien
langsam, dafür durchhaltungsfähiger sind und die männlichen Spermien zwar
schnell, aber nicht sehr zäh sind. Dies berücksichtigen wir natürlich. Ich
rechnete also mit dem Eisprung am 14. November 2004, also schliefen wir am 12.
November 2004 miteinander. Einige Tage später zog es in meinem Bauch wie wenn
ich meine Mens bekäme, also wusste ich, es hatte wohl eingeschlagen. Mitte
Dezember 2004 machte ich einen Schwangerschaftstest, der positiv ausfiel.
Hin und wieder musste ich mich dann auch übergeben, es kam nicht täglich vor, doch öfters. Den Winter durch fror ich auch immer ganz fürchterlich. Das war etwas mühsam, dabei war unser Haus gut geheizt.
Den ersten Kontrollbesuch hatte ich dann am 20. Januar 2006 bei meiner Haus-/Frauen- und Kinderärztin, es war das erste Mal, dass ich sie „frauenärztlich“ aufsichte. Sie ist eine sehr nette. Sie klärte mich wie die erste Frauenärztin über die Risiken und Tests auf. Ich sagte ihr dann gleich, dass ich keine solchen Tests wünsche wie bei der ersten Schwangerschaft. Sie soll sich doch auf die Urin- und „normalen“ Bluttests beschränken. Das akzeptierte sie und fragte nach meinen Beweggründen, die ich ihr erklärte. Das fand sie okay. Ich bin dann in regelmässigen Abständen alle 6 Wochen zu ihr gegangen bis zum Schluss. Sie untersuchte mich niemals vaginal um den Muttermund zu untersuchen, zweimal wurde ein Abstrich gemacht, das waren in dem Sinne die einzigen vaginalen Untersuchungen. Fand ich völlig okay, die andere Ärztin machte das öfters und das hätte ich bei dieser Schwangerschaft auch gar nicht zugelassen. Ich ging wirklich gerne zu dieser Ärztin und sie fand es auch toll, dass ich eine Hausgeburt anstrebte. Sie fragte dann mit welcher Hebamme ich denn entbinden würde, worauf ich antwortete, mit der selben wie das letzte Mal….. tja und dann fing ich an zu überlegen…..
Mehr und mehr machte ich mir Gedanken über die bevorstehende Geburt. Da kam mir
die Plazentageschichte nach Cyrills Geburt wieder hoch. Das erste Mal überlegte
ich so richtig was da eigentlich passierte. Warum hat es geblutet, würde es
wieder bluten....??? Ich stellte mir viele Fragen und mein Bauchgefühl sagte
mir immer und immer wieder, dass es nicht hätte soweit kommen müssen. Wenn mir
die Hebamme mehr Zeit gelassen hätte und nicht einfach an der Nabelschnur
gezogen hätte, wäre doch gar nie etwas passiert. Im Internet las ich, dass man
der Plazenta ruhig eine Stunde Zeit lassen kann, aber meistens war die Regel
weniger. Bin überzeugt, da könnte man ja auch noch länger warten. Aber bei mir
waren das 10 min. Ich hatte plötzlich sehr negative Gefühle gegenüber meiner
Hebamme. Aber sie war die einzige ansonsten sehr sympatische Hebamme in der
Umgebung. Schliesslich sprach ich mit ihr darüber und fragte sie warum sie
eigentlich so schnell die Plazenta holte. Die Antwort war, dass sie das so
gelernt habe und ihr es eingetrichtert wurde, die Plazenta so schnell wie
möglich draussen zu haben (angeblich wegen möglicher Blutungs- und
Infektionsgefahr). Und sie wollte sie im Gebärpool haben, weil dann die Sauerei
da drin ist und nicht draussen (aber mich hat sie ja damals nicht gefragt, wie
ich es denn gerne gehabt hätte).
Ich fragte sie ob sie mich wieder betreuen würde. Sie sagte dann ja, aber sie
würde ihr Hebammenkollegin hinzuziehen und mir einen Venen-Zugang über den
Handrücken legen für den Fall der Fälle, damit sie schnell etwas spritzen
könnte, wenn es nötig würde.
Da schnürte es mir den Hals richtig zu. Ich verabschiedete mich am Telefon, ich
musste das erst mal verdauen.... da kann ich ja gleich ins Spital gehen, schoss
es mir durch den Kopf usw. Mehr und mehr machte sich der Gedanke breit dieses
Kind alleine zu gebären, ohne Hebamme. Nur zusammen mit meinem Mann, meinem
Liebsten. Warum eigentlich nicht? Andere hatten es doch auch schon getan. Also
kann ich es auch! Ich habe dann viel über Laura Shanley, eine Amerikanerin, die
alle ihre 4 Kinder alleine ohne Hebammen- oder Spitalpersonal zur Welt brachte
(eines sogar eine Steissgeburt), gelesen. Sie hat auch eine Homepage darüber
errichtet, wo noch viele andere Geburtsberichte in englisch über „Unassisted
Childbirth“ zu finden sind. Das Gelesene bestärkte mich mehr und mehr, mein Kind
alleine zu gebären.
Ich engagierte zwar die gleiche Hebamme, weil sonst hätte mich meine Ärztin wohl
sehr doof angeschaut und unnötige, lästige Fragen gestellt. Also ging ich „proforma“
auf die Bedingungen meiner Hebamme ein, sie wusste ja nicht was ich vorhatte.
Mein Mann war leicht zu überzeugen, ich war mir meiner Sache so sicher, dass er
sich auch sicher war.
Tag X rückte näher. 8 Tage habe ich übertragen, war seit 2 Tagen ein heulendes
Elend, also konnte die Geburt nicht mehr lange ausbleiben. Meine Hebamme einige
Tage vor der Geburt noch auf Kontrollbesuch. Sie untersuchte mich vaginal, war
selber neugierig. Da war ich bereits auf 4 cm. Prostaglandine meines Mannes sei
dank :-) Meine Hebamme meinte, dass könnte blitzschnell gehen und gab mir noch
Tipps für den Fall der Fälle, falls ich alleine wäre. Ich musste innerlich
grinsen *räusper"
Also besagter Tag, ich schlief auf dem Sofa bis um 4 Uhr morgens. Das tat ich
öfters, denn im Bett drehte ich mich immer auf den Rücken und wachte morgens mit
tierischen Kreuzschmerzen auf, und auf dem Sofa konnte mir das nicht passieren.
Ich dachte mir dann, jetzt gehste noch etwas ins Bett schlafen. Bin dann aber
noch etwas im Internet herumgesaust. Wollte um 5 ins Bett. Da wurde mein Bauch
hart und es zog etwas am Muttermund, was zwar öfters vorkam in den letzten drei
Wochen, aber sich doch irgendwie anders anfühlte. Zuerst dachte ich noch an
Nachwirkungen der Prostaglandine. Aber 15 min später wieder dasselbe. Mein Mann
war auch wach geworden, wir unterhielten uns, waren gar nicht müde. Wieder 15
min später dasselbe. Ging dann zur Toilette, aha eine leicht rote Blutung. Alles
klar, es würde wieder genau gleich losgehen wie das letzte Mal, auch fast um die
gleiche Zeit. Also standen wir auf. Mein Mann musste noch einiges organisieren,
er ist Landwirt und hätte noch auf die Getreidesammelstelle etwas abliefern
müssen. Doch dafür blieb keine Zeit, so ging er zu einem Nachbarsbauern um ihn
damit zu beauftragen.
Ich ging derweil zu meinen Tieren in den Stall und versorgte sie. Die Wehen
kamen in kürzeren Abständen (7 min) und waren noch erträglich. Aber sie fühlten
sich gleich an wie bei der ersten Geburt. Wieder dieser Druck auf den Darm. Es
war dann 7.15 Uhr als mein Mann zurückkehrte, er meldete sich noch von der
Arbeit ab. Vorbereitet war alles, der Gebärpool stand schon seit einigen Tagen
bereit. Nur das Wasser fehlte. Ich raunte meinen Mann an, er solle den Pool nun
endlich auffüllen, die Wehen kamen alle 3-4 Min. Ich scheiterte beim Versuch
meinen Darm zu entleeren. Der Druck war höllisch bei jeder Wehe. Ich wollte nur
noch ins Wasser. Meine Beine zitterten, die Wehen waren intensiv und heftig.
Endlich konnte ich ins warme Wasser. Gleich fühlte ich mich viiiieeellll wohler,
alles fiel mir wieder leichter. Ich war mehrheitlich alleine, ich kommandierte
meinen Mann herum, was er noch alles besorgen müsste. Aber es war mir auch
recht. Ich kam sehr gut alleine zurecht. Er versorgte mich mit Flüssigkeit und
kühlte mir wieder ab und zu die Stirn. Schöne Musik lief im Hintergrund und es
war auch schon hell. Es schien ein schöner sonniger Tag zu werden.
Unser Sohn schlief noch brav. Es war kurz vor 8 Uhr. Die Wehen kamen alle 2 min.
Ich rief meinen Mann, dass wenn er bei der Geburt dabei sein wolle, er seine
Aktivitäten jetzt einstellen müsse, denn ich fühlte, dass die Geburt unmittelbar
bevorstünde. Ich hatte zwei weitere Wehen und es ruckelte wieder im Bauch. So
mussten auch gleich die Presswehen einsetzen. Und das war auch so.
Da kam die erste Presswehe, ich holte tief Luft, hielt sie an und da musste ich
auch schon kräftig mitpressen (hierbei muss ich immer schmunzeln, wenn im Film
eine Frau ihr Kind bekommt und die sogenannten Helfer rundherum ihr sagen, sie
dürfe noch nicht pressen, ha ha ha, so etwas kann man nicht aufhalten, um nichts
in der Welt).
Dann zerplatzte die Fruchtblase, es gab einen richtigen Knall in mir drin, das
Kind trat in den Geburtskanal ein, ziemlich rassig, hoppla, dachte ich mir, noch
eine Presswehe und dann ist das Kind da, da klang diese Presswehe etwas ab. Im
nächsten Moment aber überfiel mich dieselbe Presswehe, die erst abflachen zu
schien, mit voller Wucht, ich konnte nur nochmals schnell nach Luft schnappen
und musste einfach wieder voll mitpressen. Wow diese Kraft, die sich da in mir
entwickelte, überwältigte mich fast, das Kind schoss durch meinen Geburtskanal,
ich dachte noch an meinen Damm, den wir am Vorabend noch tüchtig einölten, und
dass er hoffentlich nicht reissen würde wie bei der 1. Geburt. Ich konnte mich
noch nach hinten lehnen (ich befand mich wieder in kniender Position), ich
wollte ja nicht, dass sich die Kleine gleich den Kopf am Boden stossen wurde, so
wie sie aus mir heraus schoss. Ich war völlig überrumpelt und überrascht, dass
es so schnell ging. Ich schaute nach unten ins Wasser, nachdem ich kurz einen
klaren Gedanken fasste und diese heftige Presswehe verdaute.
Da lag sie nun vor mir die Kleine, ich fasste sie unter den Armen und liess sie
ganz langsam nach oben kommen. Oh war das schön, ich selber und niemand anders
berührte diese Kind zum ersten Mal. In dem Moment sagte mein Mann ganz
überrascht "Was!?! Schon da!?!"
Es war 8.07 Uhr. Unsere Tochter hüstelte etwas und da kam noch Fruchtwasser aus
ihrem Mund. Die Augen wollte sie nicht öffnen, es war ihr eindeutig zu hell. Ich
legte sie auf meine Brust und massierte sie. Sie schnaufte schwer, musste wohl
eine riesige Anstrengung sein. Ich fasste die Nabelschnur an, sie pulsierte
immer noch kräftig, so dachte ich mir, dass unsere Tochter ja immer noch bestens
versorgt war. Wir genossen die Zeit mit unserer Tochter. Dann sagte ich meinem
Mann, er solle nun die Hebamme anrufen, den Rest solle er nur mir überlassen.
Ich stieg dann samt Baby auf dem Arm aus dem Pool. Mein Mann trocknete mich
liebevoll ab und ich legte mich aufs Sofa. Ich fühlte mich fit und munter,
wollte die Kleine doch gleich anlegen. Die Nabelschnur pulsierte immer noch
fleissig.
Inzwischen war unser Sohn aufgewacht, perfektes Timing :-). Und er kam auch
gleich um seine Schwester zu bestaunen. Das war ein sehr schöner Moment. Kurz
darauf trudelte meine Hebamme ein, sichtlich nervös. Ich erklärte ihr, dass es
so schnell ging und dass ich gar nicht damit gerrechnet habe. Habe natürlich
schön geflunkert. Seit der Geburt war nun eine Stunde vergangen. Ich wollte,
dass unsere Tochter nun abgenabelt wird. Die Nabelschnur pulsierte noch, mein
Mann schnitt sie durch, vorher hatte er ein steriles Stoffband darum gewickelt,
ich wollte keine Bauchnabelklemme dieses Mal, ich finde diese riesigen Dinger
schrecklich ätzend, sind doch sicherlich unbequem für so ein Bäuchlein, das
monatelang im weichen Bauch der Mama war….
Meine Hebamme war sehr zittrig und nervös, sie kontrollierte gleich meine
Gebärmutter, aber die war schön hart und ich spürte auch Nachwehen. Meine
Hebamme wollte mir dann Oxytocin spritzen vorsorglich. Ich dachte mir dann okay,
machste ihr halt den Gefallen, dann ist sie wieder ruhiger. Meine Tochter
nuckelte zufrieden an der Brust. Ich bekam so richtige Nachwehen und verspürte
einen Pressdrang. Flutsch war sie auch schon draussen. So muss es doch sein.
Verspürte keinen Schmerz wie beim ersten Mal. Und das war ziemlich genau eine
Stunde nach der Geburt.
Was für ein Unterschied zu der ersten Geburt mit der Plazenta. Aber ich wusste,
es war richtig so. Meine Hebamme tat mir zwar etwas leid, aber schliesslich war
es mein Geburtserlebnis, das mir niemand stehlen kann.
Danach hatte ich einen Bärenhunger und hätte Unmengen verdrücken
können. Wir haben alle zusammen gemütlich gefrühstückt. Das tat gut.
Ich war total fit und war es auch danach, beim ersten Mal hatte ich ja einen
ganz ordentlichen Blutverlust zu verdauen.
Ich habe übrigens im Nachhinein mit meiner Hebamme über meine absichtliche
Alleingeburt gesprochen und war auch ganz ehrlich mit ihr. Sie war natürlich
schon erst sehr enttäuscht und erschrocken darüber, dass ich es extra gemacht
habe. Aber wir haben uns ausgesprochen und sie nahm es sich sehr zu Herzen, sie
werde in Zukunft sich mehr Zeit mit der Plazentageburt lassen. Schön, dass ich
so etwas erreichen konnte.
Tochter Joya übrigens wohl auf, ihre Daten 3550 Gramm, 53 cm, KU 34 cm.
~~~~~~
Geburtsbericht Robyn 24.09.06
Eine geplante Alleingeburt ohne Hebamme, Arzt oder dergleichen. Nur mit meinem Mann.
Als meine Tochter 4 ½ Monate alt war, wurde ich wieder schwanger, ungeplant. Aber da meine Joya ein sehr zappeliges Kind ist und auch nie Zeit hatte an Mamas Milchbar längere Zeit auszuhalten, bekam ich wohl genau an Weihnachten 05 einen Eisprung. Den Rest könnt ihr euch denken. Am 26. hatte ich furchtbare Bauchschmerzen, es fühlte sich an, als hätte ich eine Blasenentzündung, konnte ich mir eigentlich auch gut vorstellen, denn am Tag zuvor, sass ich für 30 Minuten auf einem kalten Boden. Aber ich dachte niemals daran, dass sich da wohl ein Ei einnisten würde….. Falsch gedacht. Um den 7. Januar 2006 wieder das gleiche Spiel, ich hatte Bauchschmerzen, ging noch zu meiner Ärztin, die ja auch meine Frauenärztin ist, doch sie fand keine Entzündungsspuren im Urin. Bekam dann noch ein Medikament. Zum Glück liessen die Schmerzen bald nach. Mitte Januar 2006 meinte mein Mann, als ich mal wieder „tolle“ Laune hatte, dass ich doch schwanger sei, was ich vehement verneinte, naiv wie ich war woher denn *g*…. Doch ein paar Tage später bin ich wegen einer Kleinigkeit ausgerastet und ich dachte mir dann, he hallo….bin doch sonst nicht so… ob ich wohl doch schwanger bin…. Ich überlegte zurück, und an meine vermeintlichen Blasenentzündungen. Das müsste ja ein Weihnachtsbaby sein. Und ich erinnerte mich zurück, ich hatte um den 10. Dezember 2005 einen braunen kleinen Fleck im Slip. War das wohl eine Periodenblutung? Würde ja hinkommen mit den 14 Tagen und dem Weihnachtsbaby.
Ich musste gleich einen Schwangerschaftstest besorgen, welcher natürlich positiv war….. Musste lachen und irgendwie war mir doch zum Weinen zumute. Jetzt schon ein drittes Kind, mein Körper hatte sich noch nicht mal recht von der letzten Schwangerschaft erholen können und Joya war (und ist immer noch) so ein lebhaftes Kind, die in ihrer Entwicklung immer weit voraus ist. Ich wollte ja ein drittes Kind, aber lieber erst das Jahr darauf. Und meine vielen Tiere, wie würde ich das schaffen mit ihnen? Ich erzählte das Resultat meinem Mann, als er nach Hause kam. Er fühlte sich etwa gleich wie ich.
Also stellten wir uns auf dieses Kind ein, es sollte ja nicht das Gefühl bekommen, es sei unerwünscht. Ungeplant ist schliesslich nicht unerwünscht.
Auch dieses Mal ging ich wieder zu meiner Frauenärztin im Abstand von 6 Wochen, sie musste lachen, als ich ihr das mit der Blasenentzündung nochmals in Erinnerung rief. In einem späteren Ultraschall erkannte ich selber, dass es ein Junge war.
Die weitere Schwangerschaft hatte es in sich und war bisher die „schwierigste“. Ich musste viel erbrechen und im letzten Drittel verklemmte es mir dauernd den rechten Ischiasnerv, so dass ich kaum gehen konnte. Daher sehnte ich sehr dem Ende entgegen. ET war der 15.09.06, meine ersten beiden Kinder waren beide nach dem ET geboren (+4 und +8 Tage). So versuchte ich mich nach überschrittenem ET in Geduld zu üben.
Mit meiner Hebamme vereinbarten wir, dass sie nach der Geburt anrufe und sie die Verantwortung erst übernehme, wenn sie eintreffe.
Vom Charakter her schätze ich meinen Sohn im Bauch eher als ruhig ein, im Vergleich zu meinen beiden anderen Kindern.
Die Tage nach dem ET erschienen mir lange, mein Mann hatte dann aber zum Glück schon Ferien, so konnte ich mich mehr ausruhen. Meine Nerven waren oft auch sehr angespannt und ich war froh, dass er sich um die beiden Grossen (Oktober 03 und August 05) kümmerte.
Ich wollte einfach, dass es vorbei ist und ich endlich mit dem Kleinen kuscheln und schmusen konnte.
Am 23. war dann noch viel los mit Besuch. So war ich schön abgelenkt. Aber am späteren Abend spürte ich irgendwie auch, dass ich den Bauch nicht mehr lange haben würde.
So legte ich mich schlafen aufs Sofa wie die Tage zuvor. Konnte kaum mehr im Bett liegen, auf dem Sofa war es mir wohler. Um ca. 01.40 Uhr erwachte ich mich drückender Blase, die geleert werden wollte. Gleichzeitig war auch mein Darm sehr aktiv, was nicht grade üblich ist um diese Zeit. Ich verbrachte die nächsten Minuten auf dem WC. Da kam plötzlich ein Ziehen am Muttermund, ich hatte das öfters die Tage zuvor, doch diese Intensität war doch stärker, doch nicht sehr schmerzhaft. Juhui dachte ich mir, der Startschuss ist nun gefallen. Mal sehen wie sich das ganze weiterentwickelt. Meine letzte Geburt fand nach 3 h nach dem ersten Ziehen dieser Art statt. So dachte ich mir, würde es wohl auch hier ähnlich ausfallen. Bei den anderen Geburten zeichnete ich zu Beginn der Geburt blutig, doch hier keine Spur. Naja anderes Kind, andere Anzeichen.
Doch mein Kleiner liess sich Zeit. Das nächste Ziehen dann 30 min später. Okay dachte ich, lege mich noch etwas hin, um Kraft zu sammeln, aber schlafen konnte ich nicht mehr…. War einfach zu sehr aufgeregt, verständlich. Musste dann noch einige Male auf die Toilette, das Ziehen kam alle 30 Minuten. Ich richtete das Wohnzimmer noch etwas her, gemütliche Musik hörend. Dann hörte ich plötzlich meine Tochter weinen, ging zu ihr hoch, sie liess sich nicht beruhigen. Ich glaub das war so um 03.30 Uhr. Also nahm ich sie und ging mit ihr ins Elternschlafzimmer, mein ältester Sohn war natürlich von ihrem Geschrei wach geworden und folgte uns. Mein Mann war auch wach geworden. So lagen wir nun zu viert in unserem Doppelbett, mein Sohn verhielt sich ruhig, doch meine kleine Tochter quengelte. Sie spürte wohl, dass etwas im Gange ist. Sie schlief einfach nicht mehr ein. Hatte dann auch kein Ziehen mehr verspürt. Nach ca. 45 Minuten wurde es mir zu blöd und ich sagte meinem Mann, dass ich wieder nach unten gehen würde um die Geburt etwas anzukurbeln, denn ich hatte das Gefühl, wenn ich mich hinlegte, stand alles still. Mein Mann kam dann mit um den Gebärpool noch fertig zu machen, den Schlauch zu legen etc. Haufen Kleinkram eben. Aber das machten wir schliesslich gerne.
Die Kinder verhielten sich ruhig, wir hörten nichts mehr von ihnen, war mir recht. Denn kaum war ich nun wieder aktiver, kehrte das Ziehen zurück. Es ging ohne zu veratmen, aber doch war es nicht zu ignorieren. Musste immer noch fleissig auf die Toilette.
Als nun alles bereit stand um 05.00 Uhr setzten wir uns hin und redeten, weiss nicht mehr über was, aber ich beschwerte mich, dass unser kleiner Sohn wohl ein Langweiler sei und sich Zeit liesse, vor allem im Vergleich zu meiner Tochter, die wäre schon längst auf der Welt gewesen. Also hiess es Geduld zu haben. Aber der Gedanke tröstete mich, dass es sicherlich heute noch kommen würde.
Wir machten noch die letzten Fotos von meinem Bauch. Danach wurde es mir zu bunt. Ich beschloss noch meine vielen Tiere füttern zu gehen, damit ich Bewegung hätte und alles etwas schneller gehen würde. Das war um 06.00 Uhr. Gleichzeitig sagte ich meinem Mann, er solle das Wasser in den Pool einlaufen lassen, denn wenn die Bewegung nicht helfen werde, würde ich es danach mit dem Wasser probieren.
Im Stall dann verkürzten sich die Abstände auf 20 Minuten, aber die Intensität blieb gleich. Laaaannnnggggweeeeiiiilllliiiiig grummel…. Ich sagte meinem Kleinen im Bauch, dass ich jetzt dann Miete verlangen würde, wenn er noch lange da drin bleiben würde *g*.
Es war kurz vor 07.00 Uhr als ich wieder ins Haus zurückkehrte. Alles immer noch beim Alten. Der Gebärpool stand bereit mit wohl temperiertem 37 ° warmen Wasser. Punkt 07.00 Uhr war ich dann drin. Es vergingen keine 5 Minuten, da kam ein kräftiges Ziehen, dass ich schon fast veratmen musste, huch, da ging was. Kaum 5 Minuten später wieder, und so ging es dann weiter, musste nun doch veratmen. Mein Kleiner wollte wohl, das ich ins Wasser stieg. Der Startschuss war gefallen. Ich ertrug die Kontraktionen geduldig und meist kniend. Zwischendurch stand ich auf um meine Beine wieder zu strecken, aber während der Kontraktionen war mir das Stehen unangenehm. Es war dann schon 07.25 Uhr als ich ein leichtes Ruckeln im Bauch verspürte. Ich sagte zu meinem Mann, dass es nicht mehr lange dauern würde, bis die Presswehen einsetzen würden. Bei der nächsten Kontraktion wurde das Ruckeln stärker. Ich spürte wie der Kopf noch tiefer trat, es spürte einen stechenden Schmerz.
Kurze Zeit später verspürte ich die erste richtige Presswehe, konnte meinem Mann grade noch sagen, er solle schauen wenn er die Geburt nicht verpassen wolle (wie bei meiner Tochter, weil es so schnell ging). Dann drückte ich und spürte wie das Baby durch den Geburtskanal kam und der Kopf halb geboren war, dann flachte die Presswehe ab. Mein Mann sagte noch freudig, ich sehe den Kopf, dann sagte ich, dass er ja mal hinlangen könne. In diesem Moment dachte ich noch, was denn mit der Fruchtblase los sei, die habe ich noch nicht platzen gespürt, konnte kaum zu Ende denken, da kam die abgeflachte Presswehe wieder hoch mit einer starken Intensität, ich lehnte mich nach hinten, habe Luft angehalten und gepresst… flutsch das Baby war draussen. Ich schaute gleich nach unten….. da lag mein Baby vor mir…. Was war denn das, mein Baby hatte noch die die Hälfte der Eihäute über dem Kopf, die Fruchtblase musste wohl erst grade geplatzt sein, ohne dass ich es bemerkt hatte.
Ich schaute auf die Uhr, es war 07.33 Uhr. Dann befreite ich meinen Sohn erstmal von den zarten Eihäuten, liess ihn aber immer noch unter Wasser. Er blinzelte schon leicht, das Licht war ja nicht zu grell und nicht zu dunkel. Angenehm für Babyaugen. Ich fasste an die Nabelschnur, welche pulsierte. Es hatte keine Eile, das Baby an die Luft zu bringen. Ich fasste meinen Sohn unter den Armen und Kopf und liess in langsam nach oben gleiten, ganz langsam. Als sein Gesicht mit der Luft in Berühung kam, nahm er seinen ersten Atemzug, war dann aber gleich ganz empört, weil er wohl noch einiges an Schleim in der Nase zu haben schien. So schrie er kurz und hustete. Ich wischte ihm den Schleim ab und sagte zu ihm „Willkommen kleiner Robyn“
Ich nahm ihn zu mir an die Brust, musste aber bald feststellen, dass das ein schwieriges Unterfangen war, da die Nabelschnur etwas kurz war und ich nicht zu stark daran ziehen wollte. So hielt ich ihn unter den Armen und Kopf und liess ihn ins Wasser zurück. Mein Mann und ich staunten und staunten, sprachen mit ihm und bewunderten ihn.
Er war schnell rosig. Bemerkte aber auch seine Waschfrauenhände und –füsse. Er hatte wohl noch Käseschmiere, aber nicht mehr viel. Die Zeit war sehr reif geworden für ihn. Ich hatte wohl nicht mehr viel Fruchtwasser, daher wohl seine verumpfelten Hände und Füsse. Ca. 20 Minuten später wollte ich, dass mein Mann ihn abnabelt und zu sich nehmen soll. Robyn kühlte langsam etwas aus. Mein Mann wickelte ein Stoffbändchen um seinen Nabel und verknotete es gut, dann durchschnitt er die Nabelschnur. Das bis anhin sehr sauber gebliebene Poolwasser verfärbte sich rot. Die Nabelschnur pulsierte bis dahin immer noch.
Das erste Mal getrennt von meinem Kind, doch ich wusste es in besten Händen, warm eingewickelt in ein rotes weiches Frotteetuch. Robyn war ganz friedlich und staunte in die neue Welt. Es war nun kurz vor 08.00 Uhr. Die anderen beiden Kinder schliefen noch friedlich.
Ich verweilte noch im Wasser, ich wollte die Plazenta im Pool gebären, damit die Sauerei gleich da drin war. Ich verspürte dann kurz darauf Nachwehen, musste zwischendurch auch immer wieder gähnen, ich war nun doch müde geworden, viel geschlafen hatte ich ja noch nicht. Die Nachwehen kamen immer wieder und bald verspürte ich einen leichten Drank zu pressen, musste dabei auch veratmen, der Pressdrang flachte ab und ich fühlte etwas warmes weiches im Geburtskanal stecken. So drückte ich noch etwas und fasste mit der Hand dahin. Es fühlte sich unendlich weich an diese Plazenta, wollte mit der Hand noch etwas nachhelfen sie rauszuziehen…. Ups, da merkte ich auch wie verletztlich so eine Plazenta doch ist, hatte sie nämlich gleich kaputt gemacht mit meinen Fingern, doch nun war sie draussen. Mein Mann kam gleich mit einem Becken daher, wo wir sie reinlegten. Sie war recht stark verkalkt, eine sehr alte Plazenta. Es war nun wirklich Zeit geworden, dass Robyn geboren wurde.
Ich stieg aus dem Pool, trocknete mich ab, es war nun 08.20 Uhr. Dann zog ich mich an. Klein Robyn immer noch auf dem Arm des Papas. Ich fühlte mich etwas ausgepowert, musste erstmal einen Frühstückskaffee haben, den ich mir selber zubereitete. Dann hörte ich, dass unsere Tochter aufgewacht ist, ich ging schnell hoch um sie runterzuholen. Sohnemann schlief noch tief und fest.
Die kleine Joya staunte natürlich sehr, als sie ihren kleinen Bruder erblickte. Es war schön anzuschauen.
Doch nun hatte Robyn sichtlich Hunger, er suchte nach etwas, was er in den Mund nehmen konnte.
Das konnte ich ihm natürlich verwehren und nahm in an die Brust. Bald darauf kam auch Sohnemann Cyrill nach unten und begrüsste seinen kleinen Bruder. Er sagte die ganze Zeit, dass Robyn auf die Welt gekommen ist. Er war voller Stolz….
Bald darauf schlief der kleine Robyn und wir konnten ausgiebig frühstücken……….
Die Sonne lugte nun auch hinter dem Nebel hervor und es wurde ein wunderschöner Tag……
Die Hebamme riefen wir dann um Mittag an, sie kam um 13.00 Uhr, schaute sich Robyn an und befand ihn für gesund. Meine Gebärmutter kontrollierte sie ebenfalls noch, auch alles okay, aber die hatte ich selber nach der Geburt immer kontrolliert.
Es war meine dritte Hausgeburt und die zweite geplante Alleingeburt. Ich würde es jederzeit wieder so machen. Ich fühle mich damit am wohlsten. Ich konnte alles so gestalten und machen, wie ich es wollte, es hatte niemand !!!! etwas einzuwänden, und das Wichtigste, es griff niemand in das Natürlichste der Welt ein, in die Geburt.
Ich konnte ich selbst sein und es geschehen lassen. Kein fremden Leute um mich rum, die an einem noch rumfummeln wollen. Es war einfach nur schöööönnnn.
Vorallem auch für das Baby. Es wurde von sanftem und angenehmen Licht begrüsst. Es war warm bei uns im Wohnzimmer, und noch viel wichtiger vor allem für mich war, dass ich die erste Person war, die das Baby mit den Händen empfing und aufnahm. Das wurde mir leider bei meinem Erstgeborenen vorenthalten, was mich sehr störte
Da waren auch keine ständigen Muttermundkontrollen, kein lästiges CTG-Schreiben und was sonst noch alles dazugehört in einem Krankenhaus.
Und ich bin überzeugt davon, wenn ich in einem Krankenhaus hätte entbinden müssen, wäre vielleicht nicht alles so glatt abgelaufen. Denn ich fühl mich in Krankenhäusern absolut unwohl, wie sollte ich da ein Kind gut gebären können…..???? Ich glaube, das wäre ein Katastrophe geworden.
Ich wünsche allen zukünftigen Müttern, die ihre Geburt noch vor sich haben, eine solch schöne Geburt, wie ich sie haben durfte, und vor allem viel mehr Selbstvertrauen und in die Kraft in sich, eine Frau ist geboren zu gebären…..
Achja Robyn ist übrigens 3080 Gramm schwer und 48 cm lang.
Und nun noch zum Umfeld und wie es reagiert hat. Wenn mich die Leute fragten, wo ich entbunden hätte und ich mit zu Hause antwortete, waren die meisten doch sehr erstaunt, also es gab so ziemlich alle Reaktionen von positiv bis negativ.